Das vierte Quartal 2025 war an den internationalen Finanzmärkten von einer Mischung aus vorsichtigem Optimismus und zunehmender Volatilität geprägt. Nach den starken Kursanstiegen der ersten drei Quartale kam es in vielen Märkten zu einer Phase der Konsolidierung. Die Anleger verarbeiteten die geldpolitische Neuausrichtung der US-Notenbank, die wirtschaftspolitischen Signale der neuen Trump-Administration sowie die weiterhin angespannte geopolitische Lage.
Die wichtigsten Indizes entwickelten sich im vierten Quartal wie folgt:
S&P 500 +2,35 %, NASDAQ 100 +2,31 %, DAX +2,55%, Eurostoxx 50 +4,81%, FTSE 100 +6,21%, Nikkei 225 +12,03 % und MSCI World (EUR) +2,92 %. Unser eigener Fonds Brand Global Select schloss das 4. Quartal mit +3,30% ab.
Was hat die Börsen im 4. Quartal 2025 bewegt?
Zentral für die Marktstimmung war die Geldpolitik der USA. Nachdem die Inflation im Laufe des Jahres 2025 deutlich von über 3 % auf rund 2,4 % gefallen war, leitete die Federal Reserve im Herbst die ersten moderaten Zinssenkungen ein. Der Leitzins wurde im November um 50 Basispunkte gesenkt, was die Erwartung bestätigte, dass der Zinshöhepunkt überschritten ist.
Parallel dazu setzte Präsident Trump nach seinem Amtsantritt im Januar 2025 konsequent auf eine wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik. Steuerliche Erleichterungen für Unternehmen, Deregulierung im Energiesektor und ein aggressiver Ausbau der Industriepolitik sorgten für steigende Investitionen – insbesondere in den Bereichen Energie, Infrastruktur, Verteidigung und Technologie.
Diese Kombination aus geldpolitischer Lockerung und fiskalischen Impulsen schuf ein grundsätzlich freundliches Marktumfeld, auch wenn steigende Haushaltsdefizite und neue handelspolitische Spannungen immer wieder für Nervosität sorgten.
Trump und seine Auswirkungen auf die Finanzmärkte im 4. Quartal 2025
Im vierten Quartal wurde immer deutlicher, dass die neue Trump-Regierung einen wirtschaftspolitisch deutlich expansiveren Kurs verfolgt als ihre Vorgänger. Besonders die angekündeten Importzölle auf ausgewählte asiatische und europäische Industriegüter sorgten im Oktober und November für kurzfristige Turbulenzen an den Märkten.
Während US-Aktien davon nur begrenzt betroffen waren – da viele Investoren in einer protektionistischen Politik einen Vorteil für amerikanische Unternehmen sehen – reagierten europäische Exportwerte spürbar empfindlicher. Der DAX und der Eurostoxx 50 blieben daher im vierten Quartal hinter der Entwicklung der US-Börsen zurück.
Gleichzeitig führte Trumps harte Linie gegenüber China und Europa zu einer erhöhten Nachfrage nach sicheren Anlagen. US-Staatsanleihen und Edelmetalle profitierten von dieser Entwicklung, was sich deutlich in der Preisentwicklung von Gold und Silber widerspiegelte.
Rohstoffmärkte: Gold und Silber im Fokus
Der Goldmarkt blieb auch im vierten Quartal 2025 von struktureller Stärke geprägt. Nachdem der Goldpreis bereits im Sommer neue Allzeithochs erreicht hatte, setzte sich der Aufwärtstrend im Schlussquartal fort. Zeitweise notierte Gold über 3.500 USD je Feinunze, bevor sich der Preis zum Jahresende bei rund 3.450 USD einpendelte.
Die Treiber dieser Entwicklung waren klar:
• geopolitische Unsicherheit
• wachsende Staatsverschuldung in den USA
• Zinssenkungen der Federal Reserve
• anhaltend starke Käufe durch Zentralbanken
Gold bestätigte damit erneut seine Rolle als strategische Absicherung gegen politische und geldpolitische Risiken.
Silber profitierte zusätzlich von der starken Industrienachfrage, insbesondere aus den Bereichen Solarenergie, Elektromobilität und Halbleiter. Der Silberpreis stieg im vierten Quartal um rund 12 % und erreichte mit über 38 USD je Unze den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt. Das Gold-Silber-Verhältnis begann sich erstmals seit Jahren wieder zu normalisieren – ein klassisches Zeichen für eine späte Phase eines Edelmetall-Bullenmarktes.
Executive Summary
- US-Börsen bleiben 2025 globaler Taktgeber, getragen von Trumps Wirtschaftspolitik und KI-getriebenem Wachstum
- Die Federal Reserve leitete im Herbst 2025 erste Zinssenkungen ein
- Gold und Silber erreichten neue Mehrjahres- bzw. Allzeithochs
USA
Die US-Börsen setzten ihren strukturellen Aufwärtstrend fort. Besonders Technologiewerte, KI-Plattformen, Cybersecurity und Verteidigung profitierten von Trumps Industrie- und Sicherheitsagenda. Der NASDAQ 100 entwickelte sich deutlich stärker als der breite Markt, getragen von steigenden Unternehmensgewinnen und weiterem Produktivitätswachstum durch Künstliche Intelligenz.
Die US-Wirtschaft blieb robust, der Arbeitsmarkt stabil und der private Konsum solide – trotz höherer Kreditkosten im Vergleich zu den Vorjahren.
Europa
Die europäischen Aktienmärkte blieben hinter den USA zurück. Der anhaltende Ukraine-Krieg, schwaches Wirtschaftswachstum und die hohe Abhängigkeit von Exporten belasteten die Stimmung. Besonders Deutschland litt unter einer schwachen Industrieproduktion und steigenden Energie- und Finanzierungskosten.
Die EZB begann zwar ebenfalls vorsichtig mit Zinssenkungen, doch die strukturellen Probleme – geringe Produktivität, hohe Bürokratie und geopolitische Risiken – verhinderten eine nachhaltige Neubewertung europäischer Aktien.
Asien
In Asien zeigten sich gemischte Entwicklungen. China stabilisierte sich dank staatlicher Stimuli, blieb jedoch von strukturellen Problemen im Immobilien- und Bankensektor geprägt. Japan profitierte von einer schwachen Währung und steigenden Unternehmensgewinnen, während Indien seinen Wachstumspfad fortsetzte und zunehmend internationale Investoren anzog.

Ukraine-Krieg und die Folgen für Europa
Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine blieb auch 2025 ungelöst. Die militärische Lage blieb angespannt, während Europa weiterhin mit hohen Verteidigungsausgaben, Energieabhängigkeit und geopolitischer Unsicherheit konfrontiert war.
Diese Belastungen wirkten wie eine strukturelle Wachstumsbremse für die europäische Wirtschaft. Während die USA von ihrer geografischen Distanz und ihrer Energieautarkie profitierten, kämpfte Europa mit höheren Kosten, schwacher Nachfrage und einer zunehmend fragmentierten politischen Landschaft.
Für die europäischen Finanzmärkte bedeutete dies ein weiteres Jahr relativer Underperformance gegenüber den USA.
Gold, Silber und das Vertrauen in Papierwährungen
2025 markierte ein Schlüsseljahr für Edelmetalle. Gold etablierte sich stabil über der Marke von 3.000 USD, Silber holte massiv auf. Der Trend spiegelte ein wachsendes Misstrauen gegenüber der langfristigen Stabilität von Papierwährungen und Staatsfinanzen wider.
Zentralbanken, insbesondere in Asien und im Nahen Osten, erhöhten ihre Goldreserven weiter – ein deutliches Signal für die zunehmende Fragmentierung des globalen Währungssystems.
Zusammenfassender Rückblick
Das Jahr 2025 war ein Jahr der geopolitischen Neuordnung und der wirtschaftlichen Divergenz. Die USA profitierten von Trumps wachstumsorientierter Politik und einer flexiblen Geldpolitik, während Europa zunehmend unter strukturellen und geopolitischen Belastungen litt. Die Finanzmärkte honorierten diese Unterschiede mit einer klaren Kapitalallokation zugunsten der USA. Gold und Silber entwickelten sich zu den großen Gewinnern des Jahres – nicht als spekulative Assets, sondern als Ausdruck eines schwindenden Vertrauens in die politische und fiskalische Stabilität der Weltwirtschaft.
Alle hier dargestellten Aktienindizes sind Preisindizes.

Dr. Wolfgang Schiketanz
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