Die internationalen Aktienmärkte zeigten im zweiten Quartal 2026 trotz erheblicher geopolitischer Belastungen eine überraschend starke Entwicklung. Der S&P 500 legte im Quartalsverlauf um 15% zu, der technologielastige Nasdaq Composite gewann 27,5%. Auch europäische und asiatische Märkte verzeichneten deutliche Kursgewinne. Der europäische STOXX50 legte im zweiten Quartal um 11,5 % zu, während der japanische Nikkei 225 mit einem Anstieg von mehr als 37 % eines der stärksten Quartale seiner Geschichte verbuchte. Der MSCI World (EUR) verbuchte ein Plus von +14,2%. Unser eigener Fonds, Brand Global Select, hatte mit +20,02% ein starkes zweites Quartal.

Was hat die Märkte im 2. Quartal bewegt?

Das zweite Quartal war von starken Gegensätzen geprägt. Einerseits sorgten robuste Unternehmensgewinne, hohe Investitionen in künstliche Intelligenz und weiterhin solide Konjunkturdaten für steigende Aktienkurse. Andererseits bestimmten der militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran, starke Schwankungen beim Ölpreis sowie veränderte Zinserwartungen zeitweise das Marktgeschehen.
Zu Beginn des Quartals standen vor allem die Folgen der Eskalation im Nahen Osten im Mittelpunkt. Die Sorge vor einer dauerhaften Beeinträchtigung der Ölversorgung über die Straße von Hormus führte zunächst zu kräftig steigenden Energiepreisen. Dadurch nahmen auch die Befürchtungen zu, dass die Inflation erneut anziehen und die Zentralbanken zu einer restriktiveren Geldpolitik zwingen könnte.
Im weiteren Quartalsverlauf kam es jedoch zu einer deutlichen Stabilisierung. Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran sowie ein im Juni unterzeichnetes Memorandum zur Beendigung des Konflikts reduzierten zeitweise die Sorgen vor einer längerfristigen Unterbrechung der Energieversorgung. Der Rückgang des Ölpreises von seinen zwischenzeitlichen Höchstständen unterstützte die Erholung an den Aktienmärkten.
Das Marktumfeld war damit von folgenden Faktoren geprägt:

• starke Nachfrage nach Technologie- und Halbleiteraktien
• robuste Unternehmensgewinne in den USA
• hohe Investitionen in künstliche Intelligenz und Rechenzentren
• starke Schwankungen an den Energie- und Rohstoffmärkten
• wechselnde Erwartungen hinsichtlich der US-Geldpolitik
• eine zeitweise Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran

USA-Iran-Konflikt und Auswirkungen auf die Aktienmärkte

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran war auch im zweiten Quartal einer der wichtigsten Risikofaktoren für die globalen Finanzmärkte. Die größten Sorgen der Investoren galten weiterhin der Straße von Hormus. Über diese Meerenge wird ein erheblicher Teil des internationalen Ölhandels transportiert. Jede mögliche Einschränkung der Schifffahrt führte daher unmittelbar zu steigenden Ölpreisen und höheren Inflationsängsten.
Die Aktienmärkte reagierten zunächst mit deutlichen Schwankungen. Besonders energieintensive Branchen, Transportunternehmen, Fluggesellschaften und zyklische Konsumwerte gerieten zeitweise unter Druck. Gleichzeitig profitierten Energieunternehmen, Rüstungskonzerne und teilweise auch Rohstoffproduzenten von steigenden Preisen und höheren Staatsausgaben.
Der Konflikt wirkte über mehrere Kanäle auf die Aktienmärkte:

• steigende Ölpreise erhöhten die Produktions- und Transportkosten
• höhere Energiepreise belasteten die Konsumausgaben
• die Inflationserwartungen nahmen zu
• die Renditen langfristiger Staatsanleihen stiegen zeitweise
• Zinssenkungserwartungen wurden zurückgenommen
• die Risikoprämien an den Kapitalmärkten erhöhten sich

Trotz dieser Belastungen zeigten sich die Aktienmärkte im weiteren Quartalsverlauf sehr widerstandsfähig. Die starke Gewinnentwicklung vieler Unternehmen und die anhaltende Nachfrage nach Technologieaktien überwogen letztlich die geopolitischen Risiken. Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung trug gegen Quartalsende zusätzlich zur Verbesserung der Marktstimmung bei.

Technologieunternehmen im Fokus

Der Technologiesektor verzeichnete im zweiten Quartal erneut die stärkste Entwicklung unter den großen Marktsektoren. Besonders Halbleiterunternehmen profitierten von der anhaltenden Nachfrage nach leistungsfähigen Prozessoren, Speicherchips und Komponenten für KI-Rechenzentren.
Die hohen Investitionsausgaben der großen US-Technologieunternehmen wurden vom Markt überwiegend positiv bewertet. Gleichzeitig nahm jedoch die Differenzierung innerhalb des Sektors zu. Unternehmen mit klar erkennbaren Umsätzen und Gewinnen aus künstlicher Intelligenz entwickelten sich deutlich besser als Unternehmen, deren Investitionen zunächst vor allem hohe Kosten verursachten.
Für die weitere Entwicklung bleiben daher insbesondere folgende Punkte entscheidend:

• Wachstum der Umsätze mit künstlicher Intelligenz
• Entwicklung der Gewinnmargen
• Höhe der Investitionsausgaben
• Finanzierung neuer Rechenzentren
• Strombedarf und Verfügbarkeit von Energie
• Exportbeschränkungen für Halbleiter
• Bewertung der großen Technologiekonzerne

Der Technologiesektor bleibt damit ein zentraler Wachstumstreiber, ist aufgrund seiner hohen Bewertungen und seiner Zinssensitivität jedoch weiterhin anfällig für kurzfristige Korrekturen.

Executive Summary

  • Die internationalen Aktienmärkte erzielten trotz des USA-Iran-Konflikts deutliche Kursgewinne.
  • Technologie- und Halbleiterunternehmen waren die wichtigsten Treiber der Markterholung.
  • Gold blieb auf hohem Niveau, zeigte jedoch aufgrund steigender Zinsen und eines stärkeren Dollars erhebliche Schwankungen.

US-Aktienmarkt im 2. Quartal 2026

Der US-Aktienmarkt war im zweiten Quartal der wichtigste Treiber der globalen Börsenentwicklung. Die Entwicklung wurde vor allem von den großen Technologieunternehmen getragen. Die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz, Cloud-Diensten, Halbleitern und Rechenzentrumsinfrastruktur blieb hoch. Gleichzeitig investierten die führenden Technologieunternehmen weiterhin sehr große Summen in den Ausbau ihrer Kapazitäten.
Besonders stark entwickelten sich:

• Halbleiterhersteller
• Produzenten von Speicherchips
• Anbieter von Rechenzentrums- und Netzwerktechnologie
• Cloud-Unternehmen
• Unternehmen aus den Bereichen Energieversorgung und Kühlung von Rechenzentren

Die starke Entwicklung war jedoch nicht frei von Risiken. Im Juni kam es bei mehreren großen Technologiewerten zu Gewinnmitnahmen. Anleger hinterfragten zunehmend, ob die sehr hohen Investitionen in künstliche Intelligenz kurzfristig ausreichend Erträge erwirtschaften können. Auch die teilweise hohen Bewertungen sorgten für größere Kursschwankungen.
Dennoch blieb das fundamentale Gesamtbild positiv. Die US-Wirtschaft entwickelte sich widerstandsfähig, und die Unternehmensgewinne lagen vielfach über den Erwartungen. Die Zuflüsse in US-Aktien waren weiterhin hoch. Allein im ersten Halbjahr flossen nach Schätzungen der Bank of America rund 341 Milliarden US-Dollar in den amerikanischen Aktienmarkt.

Europäischer Aktienmarkt im 2. Quartal 2026

Auch die europäischen Aktienmärkte entwickelten sich im zweiten Quartal deutlich positiv. Besonders der europäische Technologiesektor profitierte von der hohen Nachfrage nach Halbleitern und Ausrüstung für die KI-Infrastruktur.
Europäische Halbleiter- und Industrieunternehmen konnten von der globalen Investitionswelle profitieren. Gleichzeitig wurden europäische Aktien durch ihre im Vergleich zu den USA niedrigeren Bewertungen unterstützt.
Der Iran-Konflikt belastete Europa grundsätzlich stärker als die USA, da die europäischen Volkswirtschaften in höherem Maß von Energieimporten abhängig sind. Steigende Öl- und Gaspreise wirkten sich daher unmittelbar auf Industrie, Transport und Konsum aus.
Mit dem Rückgang des Ölpreises und der Hoffnung auf eine politische Entspannung verbesserte sich die Stimmung jedoch deutlich. Besonders Reise- und Freizeitunternehmen, die zuvor durch steigende Treibstoffkosten und geopolitische Unsicherheit belastet worden waren, verzeichneten eine starke Erholung.

Asiatischer Aktienmarkt im 2. Quartal 2026

Die asiatischen Aktienmärkte entwickelten sich im zweiten Quartal ebenfalls sehr stark. Im Mittelpunkt standen Japan, Südkorea und Taiwan, deren Märkte besonders von der globalen Nachfrage nach Technologie- und Halbleiterprodukten profitierten.
Auch Südkorea und Taiwan profitierten stark vom KI-Investitionszyklus. Hersteller von Speicherchips und Halbleiterkomponenten verzeichneten eine besonders hohe Nachfrage. Gleichzeitig sorgten die sehr schnellen Kursanstiege für zunehmende Gewinnmitnahmen und größere Schwankungen.
China entwickelte sich vergleichsweise verhalten. Staatliche Unterstützungsmaßnahmen stabilisierten die Wirtschaft und den Aktienmarkt, die strukturellen Herausforderungen im Immobiliensektor sowie die schwächere Binnennachfrage blieben jedoch bestehen.
Der starke US-Dollar stellte für mehrere asiatische Staaten eine zusätzliche Belastung dar. Schwächere lokale Währungen verteuerten Energie- und Rohstoffimporte und erhöhten den geldpolitischen Druck auf die jeweiligen Zentralbanken.

Ausblick

Das zweite Quartal 2026 zeigte eindrucksvoll, dass Aktienmärkte auch in einem geopolitisch schwierigen Umfeld deutliche Kursgewinne erzielen können. Trotz des Konflikts zwischen den USA und dem Iran, hoher Ölpreisschwankungen und zunehmender Inflationsrisiken verzeichneten die großen internationalen Indizes eines ihrer stärksten Quartale seit mehreren Jahren. Die wichtigsten Gründe dafür waren die robuste US-Wirtschaft, starke Unternehmensgewinne und die anhaltende Investitionsdynamik im Bereich künstliche Intelligenz. Insbesondere Technologie- und Halbleiterunternehmen waren die entscheidenden Treiber der Entwicklung. Für das dritte Quartal bleiben die Risiken jedoch erhöht. Eine erneute Eskalation des Konflikts könnte den Ölpreis wieder deutlich steigen lassen und die Inflationserwartungen erhöhen. Gleichzeitig stellen hohe Bewertungen im Technologiesektor, mögliche Zinserhöhungen der FED und die enormen Investitionsausgaben der großen Technologiekonzerne wichtige Unsicherheitsfaktoren dar. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, den Konflikt zwischen den USA und dem Iran dauerhaft einzudämmen und die Energieversorgung über die Straße von Hormus zu sichern. Gelingt dies, könnten robuste Unternehmensgewinne und Investitionen in künstliche Intelligenz die Märkte weiterhin unterstützen. Eine erneute militärische Eskalation würde hingegen vermutlich zu steigenden Ölpreisen, höheren Anleiherenditen und einer stärkeren Belastung der globalen Aktienmärkte führen.

Alle hier dargestellten Aktienindizes sind Preisindizes.


Dr. Wolfgang Schiketanz

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