Ein Überblick der internationalen Märkte im 3. Quartal:
Der S&P 500 legte im Quartalsverlauf um 2,03% zu, der technologielastige Nasdaq Composite gewann 0,44%. Die europäischen und asiatischen Märkte verzeichneten ein durchwachsenes Bild. Der europäische STOXX50 verlor im dritten Quartal -0,93%, der Dax verzeichnete einen Anstieg von +0,81%, der japanische Nikkei 225 -4,72 %. Der MSCI World (EUR) verbuchte ein Plus von +2,32%. Unser eigener Fonds, Brand Global Select verzeichnete ein Minus von -3,00%.
Was hat die Märkte im 3. Quartal bewegt?
Im Mittelpunkt standen erneut die Energieversorgung, die Geldpolitik und die Investitionen in künstliche Intelligenz. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und die Einschränkungen rund um die Straße von Hormus sorgten für Unsicherheit am Ölmarkt. Besonders im September verstärkten steigende Ölpreise die Sorge, dass die Inflation länger erhöht bleiben könnte.
Gleichzeitig blieb die amerikanische Wirtschaft widerstandsfähig. Konsumausgaben und Investitionen in die KI-Infrastruktur stützten die Konjunktur. Diese Entwicklung half den US-Börsen, die Belastung durch höhere Finanzierungskosten teilweise aufzufangen.
Damit bewegten sich die Märkte zwischen mehreren Einflussfaktoren:
• steigenden Energiekosten und erneuten Inflationsrisiken
• einer restriktiveren Geldpolitik
• robusten Teilen der US-Wirtschaft
• langfristigen Wachstumschancen durch KI und Digitalisierung
Entscheidend blieb, welche Unternehmen höhere Kosten weitergeben können und welche Geschäftsmodelle auch bei erhöhten Zinsen ausreichend Wachstum erzielen.
Geldpolitik und Rolle der FED
Die amerikanische Notenbank blieb mit dem Spannungsfeld zwischen Preisstabilität und wirtschaftlicher Entwicklung konfrontiert. Die im September veröffentlichten Daten zeigten für August einen Anstieg des PCE-Preisindex um 3,4 % gegenüber dem Vorjahr. Dieser Wert lag unter den Erwartungen, während die revidierten Konjunkturdaten eine weiterhin solide Wirtschaft erkennen ließen.
Für die Kapitalmärkte ergibt sich daraus eine schwierige Ausgangslage. Eine robuste Konjunktur unterstützt die Unternehmensgewinne, verringert aber gleichzeitig den Spielraum für geldpolitische Lockerungen. Bleiben Energiepreise und Inflation erhöht, können hohe Zinsen länger notwendig sein.
Aus unserer Sicht bleiben damit besonders jene Unternehmen gefordert, deren Bewertungen bereits starkes zukünftiges Wachstum voraussetzen. Höhere Finanzierungskosten erhöhen den Anspruch an die tatsächlich erzielten Gewinne.
Politische Entwicklungen und ihre Auswirkungen
Die geopolitischen Risiken wirkten vor allem über die Energieversorgung auf die Weltwirtschaft. Zum Quartalsende blieben die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie die Aussichten auf eine Normalisierung der Transporte durch den Persischen Golf wichtige Einflussfaktoren für den Ölpreis.
Die wirtschaftliche Wirkungskette ist klar:
• Angebotsrisiken verteuern Energie.
• Höhere Energiekosten belasten Kaufkraft und Unternehmensmargen.
• Steigende Inflation erschwert geldpolitische Lockerungen.
• Höhere Zinsen verteuern Investitionen und beeinflussen Aktienbewertungen.
Wie stark diese Belastungen ausfallen, hängt wesentlich von der Dauer der Versorgungsstörungen und den Anpassungsmöglichkeiten der Unternehmen ab.
Ölpreisentwicklung und Auswirkungen auf Europa und die USA
Zum Quartalsende zeigte sich der Ölmarkt weiterhin angespannt. Der auslaufende November-Kontrakt für Brent schloss am 30. September bei 103,50 US-Dollar je Barrel. Der stärker gehandelte Dezember-Kontrakt lag bei 98,03 US-Dollar, WTI bei 90,42 US-Dollar. Die unterschiedlichen Kontraktlaufzeiten sind bei Preisvergleichen zu berücksichtigen.
Für Europa bedeutet teureres Öl vor allem eine höhere Importrechnung. Haushalten bleibt nach Ausgaben für Treibstoff und Heizung weniger Geld für andere Konsumgüter. Unternehmen tragen höhere Transport- und Produktionskosten. Daraus kann eine Kombination aus schwächerem Wachstum und erhöhtem Preisdruck entstehen.
Auch in den USA belasten höhere Energiepreise Verbraucher und Unternehmen. Die bedeutende heimische Ölproduktion schafft allerdings einen teilweisen Ausgleich: Produzenten können höhere Erlöse erzielen und zusätzliche Investitionen tätigen. Diese Vorteile verteilen sich jedoch ungleich und gleichen die Belastung anderer Wirtschaftsbereiche nicht automatisch aus.
Cybersecurity und die Bedeutung von KI
Mit der zunehmenden Nutzung künstlicher Intelligenz wächst auch die Bedeutung digitaler Sicherheit. KI eröffnet neue Möglichkeiten für Unternehmen, erweitert aber zugleich die Angriffsfläche. Sie kann sowohl zur Unterstützung von Angriffen als auch zur Erkennung und Abwehr von Bedrohungen eingesetzt werden. Darauf weist die europäische Cybersicherheitsagentur ENISA ausdrücklich hin.
Zu den zentralen Risiken gehören überzeugender gestaltete Phishing-Nachrichten, manipulierte Bild- und Sprachinhalte sowie Angriffe auf Daten und KI-Systeme. Gleichzeitig können KI-Verfahren Sicherheitsanalysen und die Erkennung verdächtiger Aktivitäten unterstützen.
Aus unserer Sicht stärkt diese Entwicklung die langfristige Bedeutung von Cybersecurity-Unternehmen. Gefragt sind insbesondere Lösungen zum Schutz von Identitäten, Cloud-Anwendungen, Endgeräten und sensiblen Unternehmensdaten.
Executive Summary
- Der erneute Inflationsanstieg veranlasste die EZB im September zu einer Zinserhöhung.
- Cybersecurity gewinnt mit der zunehmenden Nutzung künstlicher Intelligenz strategisch an Bedeutung.
- Europas Börsen standen zum Quartalsende unter dem Einfluss steigender Energiepreise und Anleiherenditen.
US-Aktienmarkt im 3. Quartal 2026
Der US-Aktienmarkt zeigte trotz des anspruchsvollen Umfelds eine vergleichsweise hohe Widerstandsfähigkeit. S&P 500 und Nasdaq Composite verzeichneten jeweils den zweiten Quartalsgewinn in Folge. Der Dow Jones schloss das Quartal hingegen mit einem Verlust ab.
Die Investitionen in künstliche Intelligenz blieben ein wichtiger fundamentaler Treiber. Der Ausbau von Rechenzentren und digitaler Infrastruktur unterstützte die wirtschaftliche Aktivität und die Erwartungen an zukünftige Unternehmensgewinne.
Für Anleger bleibt jedoch die Unterscheidung zwischen technologischer Bedeutung und wirtschaftlicher Rentabilität entscheidend. Hohe Investitionsvolumina müssen langfristig zu zusätzlichen Erträgen führen. Unternehmen mit soliden Bilanzen, belastbaren Zahlungsströmen und nachvollziehbaren Geschäftsmodellen erscheinen in diesem Umfeld besser positioniert.
Europäischer Aktienmarkt im 3. Quartal 2026
An den europäischen Börsen rückten im September die Energiepreise und steigende Anleiherenditen stärker in den Vordergrund. Am Vormittag des 30. September lag der STOXX Europe 600 rund 1,7 % unter seinem Monatsbeginn und auf Quartalssicht nahezu unverändert. Diese Momentaufnahme zeigt, wie stark sich das Marktumfeld zum Quartalsende eingetrübt hatte.
Unsere Einschätzung ist, dass Europas Abhängigkeit von Energieimporten die wirtschaftliche Anpassung erschwert. Besonders energieintensive Unternehmen müssen höhere Kosten entweder durch Effizienzsteigerungen auffangen oder an ihre Kunden weitergeben. Gleichzeitig verteuern höhere Zinsen Investitionen und können die Nachfrage dämpfen.
Die Auswirkungen unterscheiden sich jedoch erheblich nach Branche. Energieproduzenten können von höheren Verkaufspreisen profitieren, während Transport, Chemie und Teile der Industrie stärker belastet werden. Für die Beurteilung europäischer Aktien bleiben daher Kostenstruktur, Preissetzungsmacht und internationale Absatzmärkte wesentlich.
Asiatischer Aktienmarkt im 3. Quartal 2026
Für die asiatischen Aktienmärkte ergibt sich aus dem globalen Marktumfeld ein differenziertes Bild. Aus unserer Sicht stehen insbesondere die Belastungen durch höhere Energiepreise und die Chancen durch den Ausbau der KI-Infrastruktur im Vordergrund. Die Auswirkungen unterscheiden sich nach Land, Branchenstruktur und Abhängigkeit von internationalen Absatzmärkten.
Zum Quartalsende zeigte sich die Bedeutung kurzfristiger Energiepreisbewegungen besonders in Japan. Der Nikkei legte am 30. September um 1,5 % zu. Unterstützend wirkten unter anderem Halbleiter-, Bank- und Metallaktien sowie ein zwischenzeitlicher Rückgang der Ölpreise. Diese Tagesentwicklung ist allerdings nicht mit der Wertentwicklung des gesamten Quartals gleichzusetzen.
Für die Bewertung der Region bleiben mehrere Faktoren entscheidend:
• die Kosten und Verfügbarkeit importierter Energie
• die internationale Nachfrage nach Halbleitern und Technologieprodukten
• die Entwicklung der Binnenwirtschaft
• Wechselkurse und Finanzierungskosten
Höhere Energiepreise können die Margen energieintensiver Unternehmen und die Kaufkraft der Haushalte belasten. Gleichzeitig eröffnet die weltweite Digitalisierung Chancen für Unternehmen entlang der technologischen Wertschöpfungskette. Eine pauschale Beurteilung asiatischer Aktien erscheint daher wenig sinnvoll. Entscheidend bleiben die wirtschaftliche Ausgangslage des jeweiligen Landes und die Qualität der einzelnen Unternehmen.
Ausblick
Für das vierte Quartal stehen die Entwicklung der Energiepreise, die Reaktion der Notenbanken und die Belastbarkeit der Unternehmensgewinne im Mittelpunkt. Eine Entspannung der Versorgungslage könnte den Inflationsdruck reduzieren. Anhaltend hohe Energiepreise würden dagegen den geldpolitischen Handlungsspielraum weiter begrenzen. KI und Cybersecurity bleiben langfristig wichtige Themen.
Alle hier dargestellten Aktienindizes sind Preisindizes.

Dr. Wolfgang Schiketanz
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